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"Ich habe es Dir doch schon 1000x gesagt...."

Ein Satz, der viele Kinder im Laufe Ihrer Kindheit begleitet...
Gerade gestern habe ich eine Mama diese Worte zu ihrem Sohn sagen hören... "Wie oft soll ich es Dir denn noch sagen..." fragte sie abschliessend mit forschem Ton.
Eine gute Frage, dachte ich: Und wie oft möchtest Du es noch sagen, bis Du merkst, dass es vielleicht sinnvoll ist, einen anderen Weg auszuprobieren?
Deine Botschaft erreicht dein Kind nicht, Sehr unwahrscheinlich, wenn es 1000mal nicht ankommt, das es dann beim 1001Mal klappt, nicht wahr?
Und dabei liegt die Lösung zum Erfolg ganz nah... wenn der eine Weg nicht funktioniert, probiere etwas anders. Es führen immer mehrere Möglichkeiten und Wege zum Ziel und wenn du merkst, das dieser eine nicht zum gewünschten Ergebnis führt- ja ist es dann nicht sinnvoll, einen anderen auszuprobieren?
Vielleicht hast du schon Ideen? Probiere es aus, kreativ und motiviert und schau, wie dein Kind
reagiert... Vielleicht ist es, die lustige Grimasse, eine veränderte leise Stimme, die die Aufmerksamkeit deines Kindes weckt. Oder die Berührung, der direkte Blickkontakt? Probiere es aus, entdecke neue, erfolgreiche Wege zum Ziel.
Ich wünsche allen Eltern viele neue, positive Erfahrungen und freue mich über Rückmeldungen.
Michaela Karper

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Ferien - verplante Zeit
Sommerferien, da sind sie- 6 Wochen freie Zeit. Ist es so? Ich beobachte anderes- die Ferien sind verplant, Woche für Woche,Tag für Tag und Stunde für Stunde.Die Erwartungshaltung bei Eltern und Kindern sind mittlerweile sehr hoch. Reisen, Freizeitparks, Zeltlager, Reiterferien, Segelkurse und und und....
Jedes für sich super tolle Aktionen, die Spaß und Freude bereiten. 👍
Doch was ist, wenn eine Aneinanderkettung dieser Angebote, Aktionen über 6 Wochen täglich stattfinden? Kein Ferientag ohne Highlight.
Wie kommt es, das die gesamten Ferientage -gedacht als freie Zeit -so verplant sind?
Sind wir uns dieser Entwicklung und ihren Auswirkungen für unsere Kinder bewusst?
Alle diese tollen Eindrücke, die besonderen Erlebnisse müssen Kinder( wie und auch Erwachsene) verarbeiten. Das braucht Ruhe, reizarmen Raum und Zeit- einfach mal innehalten... malen, Buddeln und träumen.... und wieder Freiräume für Neues schaffen. Und auch das Spüren von .... oh, was mache ich jetzt mal- nichts vorhaben.... ist wichtig. So spüren die Kinder wieder ihre eigenen Bedürfnisse, planen kreativ die Umsetzung und erfinden oft genau so neue Spielmöglichkeiten.
Ferien - sollte auch sein die Zeit der Erholung, Kraft tanken fürs neue Schuljahr mit all seinen Herausforderungen und eigenen Bedürfnissen nachgehen....Mal ehrlich- auch wir gestalten unseren Urlaub doch auch mit der Ausgewogenheit des Innehalten, Ausruhens und ein bissle Aktion. Die Balance macht es Sinn-voll. In der Umsetzung sind wir als Erwachsene gefragt- Kinder entwickeln erst langsam ein Gespür für diese Balance.... begleiten wir doch unsere Kinder bewusst und mit ausgewählten, unterschiedlichen Aktionen und Zeiten für Freiräume durch die letzten drei Wochen... Achja und frage ich die Kinder nach ihrem Ferienhighlight ist es zumeist der Strandtag, die Wasserschlacht im Garten oder das Grillen mit Mama und Papa. Erst auf Anregung der Eltern:"ja, erzähl doch mal- wo waren wir denn noch?" Dann kommt nach kurzer Überlegung:" Achja im Freizeitpark."
Vielleicht ist weniger mit viel Liebe und Gemeinsamkeit mehr .... 😊

Wo Kinder Kinder sein können, entsteht ein besonderer Zauber...

Ich habe ihn heute mehrmals gespürt und beobachtet....zu schön, zu erleben wie der große Bruder der kleinen Schwester matschen zeigt, wie ein Mädchen vertieft immer wieder den Sand durch ihre Finger rieseln lässt, kleine Steine für die Sandburg gesammelt werden und mit Riesenspass kleine Wasserbomben geworfen werden.... das ist Kindsein- unbeschwert, zeitlos, Erfahrungen sammeln und ausprobieren...immer wieder bis es dann klappt.
Ich habe mich an meine Kindheit, meine unbeschwerten Strandtage ( in den Ferien fast täglich😊)erinnert- und da fiel mir dann doch ein Unterschied auf. Etwas Wesentliches fehlt heute.
Die Kinder spielen, allerdings alleine oder mit Geschwistern oder Eltern.
Ich erinnere mich...ich war kurz mit meinem Bruder am Spielen, dann kamen immer mehr Kinder dazu.... oder wir buddelten unseren "Kanal" zu dem der anderen Kinder. Was ich meine- wir waren schnell ein paar Kinder, die gemeinsam agierten, lachten und es kamen immer wieder mehr dazu.
Heute spielten nebeneinander ca.12 Kinder, die sich kurz beobachteten und dann letztendlich jeder für sich im Sand mit Schaufeln, Eimer, Autos spielte.
Sie haben sich gegenseitig aus dem Augenwinkel beobachtet😉haben nachgebaut👍und doch keiner hat direkt Kontakt mit dem anderen aufgenommen- erschreckend zu beobachten.
Ein Junge versuchte es, sprach 2 gleichaltrige an und wurde genau in diesem Moment gerufen von seiner Mutter. Zufall? Er spielte danach direkt bei seiner Mutter.
Die Kinder kamen mir vor wie auf ihrer eigenen, kleinen imaginären Insel mitten im Beach, umgebenen von vielen kleinen anderen Inseln. Die Familie hat Zugang zu dieser Insel- andere nicht. Soziale Kompetenzen, der angeborene Wunsch nach Gemeinschaft- alles ist dieser Verinselung gewichen. Wollen wir das wirklich? Sind wir uns dieser Entwicklung bewusst? Und ist es ein angemessener Ersatz, unsere Kinder in Vereine, Kurse oder Gruppen anzumelden? ich denke nicht! Es genau dieses freie, unbeschwerte, kreative Spiel miteinander, was Kinder zum Wachsen und stärken sozialer Kompetenzen brauchen. Und das ohne, dass hinter jedem Gebüsch ein Erwachsener mit belehrenden, ermahnenden und besorgten Worten sitzt.
Vielleicht sollten wir wieder beginnen, uns zurückzunehmen... beobachten ohne gleich einzugreifen, vertrauensvoll unsere Kinder begleiten immer mt der Botschaft: "Du bist okay wie du bist! Ich bin stolz auf dich.Ich bin da, wenn du mich brauchst und vertraue dir."
Kinder brauchen Wurzeln und Flügel zum Wachsen!!!!
Michaela Karper☀️

Eine wahre Geschichte:
Im Supermarkt.Eine Mutter fährt mit ihrem ca.1,5 jährigen, im Einkaufswagen sitzendem Kind an der Eistruhe vorbei. "Mama- Eis?" Eine normale Frage, nicht wahr? Was gibt es da für Antwortmöglichkeiten? Ja oder Nein.
Oder?
Die Geschichte nimmt seinen Lauf....Die Mutter willigt ein, schaut in die Truhe und fragt:"Schau mal, es gibt hier viel leckeres Eis. Welches möchtest Du denn?" "Eis!" die klare kurze Antwort."Ja,du musst mir schon sagen,welches.Schokolade, Erdbeer, mit Stiel oder im Becher. Oder schau, das bunte hier?" " Eis, Mama?!" das Kind schaut seine Mutter an, die öffnet die Truhe und fordert es erneut auf, zu schauen und zu wählen. Dazu muss man sagen, aus dem Einkaufswagen heraus, kann das Kind selbst, wenn es wollte, die Sorten auf Grund der Tiefe der Truhe gar nicht erfassen. "Eis" ,die Stimme wird weinerlich."Jaaaa! Du kriegst eins, wenn du mir sagst welches." Die Stimme der Mutter wird lauter und energischer, der Blick noch immer in der Truhe. Das Kind beobachtet seine Mutter, schaut auf die Truhe und beginnt zu weinen: "Eis !"
Die Lage spitzt sich zu, die Mutter schliesst die Truhe mit den Worten: "Du musst sagen, was du willst.Jetzt gibt es kein Eis." Sie schiebt langsam Richtung Kasse, das Kind weint nun laut - die Mutter redet weiter auf ihren Sohn ein.Je mehr Leute schauen, desto mehr redet und begründet sie ihr Verhalten. Das Kind hört nichts, weint nun laut,ruft immer wieder "Eis, Mama:" Verunsichert durch die Blicke und die Reaktionen schiebt die Mutter wieder zur Truhe,zeigt nun sichtlich genervt ihren Kind diverse Eistypen, das nach jedem greift...
Letzentlich saß er erschöpft und glücklich ein riesiges Magnum- Eis (!) leckend im Wagen, vor sich eine ebenfalls erschöpfte, auch verunsicherte Mama- die alles "richtig" machen wollte... Ihr Kind frei entscheiden lassen... nicht bestimmen...nicht einengen....reden mit dem Kind ist doch wichtig....mein Sohn soll doch selbstbewusst werden....eigene Entscheidungen treffen können....Verantwortung - an die Kinder übergeben?- wo, wieviel,wann? Oder gebe ich den Kindern dann auch zuviel "Macht"?
Für mich hat Verantwortung nichts mit Macht zu tun.
Ich bin der Überzeugung, es ist gut und sinnvoll Kindern Eigenverantwortung zu geben, es mit ihren Wünschen und Vorstellungen ernst zu nehmen und ihnen mehr Raum zu geben. Doch das unbedingt in einem für das Kind entwicklungsmäßig angepassten Rahmen!!!! Um auf die Situation zurückzukommen- dass, was das Kind eigentlich möchte, ist: ein Eis. Das hat es verantwortlich für sich kundgetan und ist seinem Bedürfnis verantwortlich gefolgt. Aufgabe der Mutter wäre es nun,die Verantwortung weiter zu übernehmen, d.h. zu entscheiden : Gibt es ein Eis und welches? Das Kind,in diesem Alter dankbar für ein Eis- wäre entlastet, wenn die Mama ihm diese ihn überfordernden Entscheidungen abnimmt.Kinder unter 3 Jahren können bedingt Verantwortung übernehmen ( hier zwischen 2 Eis meintewegen wählen). Alle Kinder brauchen Eltern, die verantwortlich handeln und sind extrem verunsichert und überfordert, wenn ihre Eltern KEINE klaren Entscheidungen treffen- bieten diese doch, wohlwollend getroffen, wertvolle Grenzerfahrungen und damit Sicherheit und Orientierung. Kinder fühlen sich sicher, wenn Eltern für sie und ihre Beziehung Verantwortung übernehmen.Im WERTSCHÄTZENDEN, EHRLICHEN Dialog mit ihnen Entscheidungen treffen.
Je älter die Kinder werden, desto mehr Eigenverantwortung können und sollen sie übernehmen. Wichtig ist der Dialog mit den Kindern, d.h.ich lasse sie wissen, was ich denke und sie können mir nun mitteilen, was sie denken.Nehmt dabei die Kinder ernst, geht auf sie ein, hört, was sie euch wirklich sagen und schaut, was ist ihr Bedürfnis- und findet letzentlich eine gemeinsame Lösung. Die Verantwortung für diesen Prozess liegt bei uns Erwachsenen. Das Kind oben wollte EIN Eis- und nicht DAS eine beste tollste...und was denkt ihr? Wie anders hätte diese Situation verlaufen können, wenn, ja ,wenn der Blick zum Kind, zu seinem Bedürfnis gegengen wäre..Die Mutter das wahre Bedürfnis erkannt hätte und Verantwortung übernommen hätte für diese Bedürfnis....Erstaunlich nicht wahr? Es kann soviel einfacher sein...
Und entspannter für alle beim Einkaufen, auch für mich
Eure Michaela