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"Ich habe es Dir doch schon 1000x gesagt...."

Ein Satz, der viele Kinder im Laufe Ihrer Kindheit begleitet...
Gerade gestern habe ich eine Mama diese Worte zu ihrem Sohn sagen hören... "Wie oft soll ich es Dir denn noch sagen..." fragte sie abschliessend mit forschem Ton.
Eine gute Frage, dachte ich: Und wie oft möchtest Du es noch sagen, bis Du merkst, dass es vielleicht sinnvoll ist, einen anderen Weg auszuprobieren?
Deine Botschaft erreicht dein Kind nicht, Sehr unwahrscheinlich, wenn es 1000mal nicht ankommt, das es dann beim 1001Mal klappt, nicht wahr?
Und dabei liegt die Lösung zum Erfolg ganz nah... wenn der eine Weg nicht funktioniert, probiere etwas anders. Es führen immer mehrere Möglichkeiten und Wege zum Ziel und wenn du merkst, das dieser eine nicht zum gewünschten Ergebnis führt- ja ist es dann nicht sinnvoll, einen anderen auszuprobieren?
Vielleicht hast du schon Ideen? Probiere es aus, kreativ und motiviert und schau, wie dein Kind
reagiert... Vielleicht ist es, die lustige Grimasse, eine veränderte leise Stimme, die die Aufmerksamkeit deines Kindes weckt. Oder die Berührung, der direkte Blickkontakt? Probiere es aus, entdecke neue, erfolgreiche Wege zum Ziel.
Ich wünsche allen Eltern viele neue, positive Erfahrungen und freue mich über Rückmeldungen.
Michaela Karper

"Mama, ich habs geschafft, guck mal"-
das Mädchen steht balancierend auf dem Baumstamm... und strahlt ihre Mutter an...Die Mutter freut sich sichtlich, ruft Beifall klatschend: "Wow, toll- nun klappt es. Kannst du auch weiter darüberlaufen? versuchs mal..."
Und ....läuft das Mädchen weiter? Ihr ahnt sicher, was passiert....

Sie steigt ab,mit gesenkten Blick, das Strahlen ist verflogen und ich höre: "Nö, keine Lust."
Was ist passiert?
Die Mutter - sie reagiert mit wohlwollenden, lobenden Worten, applaudiert, motiviert ihr Kind... Eigentlich super, oder?
Liegt es dann am Kind? Ist es zu ängstlich? Hat es wirklich keine Lust?
Was ist passiert? Was hätte ich denn anderes machen oder sagen können? Ich versteh das Kind nicht...Fragen , die sich so manch Elternteil öfter mal stellt, nicht wahr?
Zur Vorgeschichte:
Das Mädchen hat zuvor eifrig, unermüdlich mit großer Begeisterung und Willenskraft immer wieder versucht, den unebenen, hohen Baumstamm zu erklimmen und darauf freihändig zu stehen. Selbst das mehrmalige Herrunterrutschen, das immer wieder aus der Balance geraten und die vielen Neuversuche hielten sie nicht von ihrem Vorhaben ab- sie hat ihr Ziel verfolgt und sich nicht entmutigen lassen.

Sie wollte freihändig auf diesen Baumstamm stehen!!!

Dann endlich- sie hat es geschafft - strahlend vor Glück, erfüllt vom eigenen Erleben und Tun, ihre Ausdauer und ihrer Willenskraft- ruft sie ihre Mutter...sieh , ich kann es, ich habe durchgehalten, ich habe es geschafft, habe für mein Ziel gekämpft....das sind ihre Gedanken und Gefühle...und genau das, ist ihr so wichtig ihrer Mutter mitzuteilen. " Mama, guck mal...."
Was ist nun in der Kommunikation passiert?
Die Mutter reagiert sicherlich positiv auf die Leistung der Tochter, drückte ihren eigenen Stolz, ihre Begeisterung aus.
Die Mutter hat aus ihrem Empfinden, ihrer "Welt" heraus reagiert- wohlwollend, stärkend, .
...und doch fern von der "Welt", den da erlebten Gefühlen der Tochter, ihrem Empfinden bei der "Baumerklimmung". Das Kind ist begeistert vom Erlebten, die Mutter von der Leistung selbst. Zwei unterschiedliche Wahrnehmungen/ Interpretationen zu einer Situation- die sicher wohlwollend gemeinten Worte erreichen der Mutter erreichen das Kind nicht.Es fühlt sich unverstanden.
Was hätte die Mutter sagen könen, um eine "Brücke" zur Tochter zu bauen- sie da abzuholen, wo sie gerade gefühlsmäßig steht? Vielleicht: "Ich habe gesehen, du bist mehrmals darauf geklettert, bist immer ein Stück weiter gekommen. Und nun hast du es geschafft! Der Baum ist so uneben, super schwer auszubalancieren, du hast soviel ausprobiert und nun kannst du es. Ich freu mich mit Dir!" das sind mögliche Worte, die das Erleben der Tochter authentisch spiegeln. Sie fühlt sich verstanden, gesehen und ihr eigenes inneres Erleben stimmt mit dem äußeren Erleben überein. Eine wichtige Erfahrung für Kinder: so können sie inerlich Wachsen, ein starkes Selbstwertgefühl und Selbstsicherheit entwickeln, gelangen zu einer guten Selbstkenntnis- eine wichtige Voraussetzung um z.B. Mitgefühl entwickeln zu können.
Ich möchte damit nicht sagen, spiegelt die Kinder permanent wider.
Ich denke, es ist wichtig, ein Gefühl dafür zu entwickeln,wann ein Kind diese Rückmeldung möchte oder braucht - und ja- zu wissen- wenn ein lautes "Guck mal, Mama..." erklingt... ich auch die Brücke ZU meinem Kind bauen kann...mit dem Blick in seine kleine ureigene Welt und den dann "kinder-leichten" stärkenden Worten....

Alles Liebe und schöne "Kinder-leichte" Zeit euch allen.
Bei Gefallen gerne teilen...
Eure Michaela
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Kinder-leicht-wachsen Michaela Karper

Eine wahre Geschichte:
Im Supermarkt.Eine Mutter fährt mit ihrem ca.1,5 jährigen, im Einkaufswagen sitzendem Kind an der Eistruhe vorbei. "Mama- Eis?" Eine normale Frage, nicht wahr? Was gibt es da für Antwortmöglichkeiten? Ja oder Nein.
Oder?
Die Geschichte nimmt seinen Lauf....Die Mutter willigt ein, schaut in die Truhe und fragt:"Schau mal, es gibt hier viel leckeres Eis. Welches möchtest Du denn?" "Eis!" die klare kurze Antwort."Ja,du musst mir schon sagen,welches.Schokolade, Erdbeer, mit Stiel oder im Becher. Oder schau, das bunte hier?" " Eis, Mama?!" das Kind schaut seine Mutter an, die öffnet die Truhe und fordert es erneut auf, zu schauen und zu wählen. Dazu muss man sagen, aus dem Einkaufswagen heraus, kann das Kind selbst, wenn es wollte, die Sorten auf Grund der Tiefe der Truhe gar nicht erfassen. "Eis" ,die Stimme wird weinerlich."Jaaaa! Du kriegst eins, wenn du mir sagst welches." Die Stimme der Mutter wird lauter und energischer, der Blick noch immer in der Truhe. Das Kind beobachtet seine Mutter, schaut auf die Truhe und beginnt zu weinen: "Eis !"
Die Lage spitzt sich zu, die Mutter schliesst die Truhe mit den Worten: "Du musst sagen, was du willst.Jetzt gibt es kein Eis." Sie schiebt langsam Richtung Kasse, das Kind weint nun laut - die Mutter redet weiter auf ihren Sohn ein.Je mehr Leute schauen, desto mehr redet und begründet sie ihr Verhalten. Das Kind hört nichts, weint nun laut,ruft immer wieder "Eis, Mama:" Verunsichert durch die Blicke und die Reaktionen schiebt die Mutter wieder zur Truhe,zeigt nun sichtlich genervt ihren Kind diverse Eistypen, das nach jedem greift...
Letzentlich saß er erschöpft und glücklich ein riesiges Magnum- Eis (!) leckend im Wagen, vor sich eine ebenfalls erschöpfte, auch verunsicherte Mama- die alles "richtig" machen wollte... Ihr Kind frei entscheiden lassen... nicht bestimmen...nicht einengen....reden mit dem Kind ist doch wichtig....mein Sohn soll doch selbstbewusst werden....eigene Entscheidungen treffen können....Verantwortung - an die Kinder übergeben?- wo, wieviel,wann? Oder gebe ich den Kindern dann auch zuviel "Macht"?
Für mich hat Verantwortung nichts mit Macht zu tun.
Ich bin der Überzeugung, es ist gut und sinnvoll Kindern Eigenverantwortung zu geben, es mit ihren Wünschen und Vorstellungen ernst zu nehmen und ihnen mehr Raum zu geben. Doch das unbedingt in einem für das Kind entwicklungsmäßig angepassten Rahmen!!!! Um auf die Situation zurückzukommen- dass, was das Kind eigentlich möchte, ist: ein Eis. Das hat es verantwortlich für sich kundgetan und ist seinem Bedürfnis verantwortlich gefolgt. Aufgabe der Mutter wäre es nun,die Verantwortung weiter zu übernehmen, d.h. zu entscheiden : Gibt es ein Eis und welches? Das Kind,in diesem Alter dankbar für ein Eis- wäre entlastet, wenn die Mama ihm diese ihn überfordernden Entscheidungen abnimmt.Kinder unter 3 Jahren können bedingt Verantwortung übernehmen ( hier zwischen 2 Eis meintewegen wählen). Alle Kinder brauchen Eltern, die verantwortlich handeln und sind extrem verunsichert und überfordert, wenn ihre Eltern KEINE klaren Entscheidungen treffen- bieten diese doch, wohlwollend getroffen, wertvolle Grenzerfahrungen und damit Sicherheit und Orientierung. Kinder fühlen sich sicher, wenn Eltern für sie und ihre Beziehung Verantwortung übernehmen.Im WERTSCHÄTZENDEN, EHRLICHEN Dialog mit ihnen Entscheidungen treffen.
Je älter die Kinder werden, desto mehr Eigenverantwortung können und sollen sie übernehmen. Wichtig ist der Dialog mit den Kindern, d.h.ich lasse sie wissen, was ich denke und sie können mir nun mitteilen, was sie denken.Nehmt dabei die Kinder ernst, geht auf sie ein, hört, was sie euch wirklich sagen und schaut, was ist ihr Bedürfnis- und findet letzentlich eine gemeinsame Lösung. Die Verantwortung für diesen Prozess liegt bei uns Erwachsenen. Das Kind oben wollte EIN Eis- und nicht DAS eine beste tollste...und was denkt ihr? Wie anders hätte diese Situation verlaufen können, wenn, ja ,wenn der Blick zum Kind, zu seinem Bedürfnis gegengen wäre..Die Mutter das wahre Bedürfnis erkannt hätte und Verantwortung übernommen hätte für diese Bedürfnis....Erstaunlich nicht wahr? Es kann soviel einfacher sein...
Und entspannter für alle beim Einkaufen, auch für mich
Eure Michaela